Narren erhalten Insignien der Macht

Bürgermeister Urspruch in Straupitz statt Schlepzig 

Trotz der medialen Ankündigung, er würde am 11.11. den goldenen Schlüssel der Macht in Schlepzig übergeben, zeigte sich der bisher regierende Bürgermeister André Urspruch heimatverbunden und wartete um kurz nach 11 Uhr vor dem Ratssaal in Straupitz (Spreewald) auf den Ansturm der acht Narren, die ihn von seinem Regierungsauftrag „befreien“ wollten.

Angeführt von Vereinschef Fabian Schneegaß - und unter den Blicken erfreulich vieler Zuschauer - gab die bunte Truppe ordentlich Gas und forderte direkt bei der Ankunft die Herausgabe der Machtinsignien. „Die Kassen sind so klamm hier in Straupitz und es lohnt sich für mich nicht, weiterzumachen.“, gab Urspruch bereitwillig zu. Gleichzeitig wies er darauf hin, dass die Schaffung von Räumlichkeiten bzw. Treffpunkte für ältere Menschen priorisiert wird. Noch bevor der Vereinsvorsitzende Schneegaß weitere ernste Worte an den Bürgermeister richten konnte, übergab letzterer schnellstmöglich und bereitwillig den Schlüssel des Spreewalddorfes an die Narren.

F. Schneegaß übernahm diesen sogleich souverän und mit der Erfahrung, das Prinzenamt vor vielen Jahren bereits inne gehabt zu haben. „Lehnen Sie sich zurück, genießen Sie die Ruhe und machen Sie mal Urlaub – und vielleicht haben Sie ja mit dem Geld aus der Schatulle eine Reise mit Ihrer ‚First Lady‘ gebucht?“ mutmaßte Schneegaß über die erneut leere Kasse der Gemeinde. Die überreichte Ehrenmedaille des Fastnachtsverein Straupitz / Spreewald e.V. erhielt der entmachtete Bürgermeister alsdann und er solle diese bis zum Aschermittwoch „am rechten Fleck“ tragen. Wir werden dies überprüfen!

Im Anschluss an die Wortduelle folgte eine fröhliche Einkehr in das ehemalige „Café Genuss“, wo die Narren bei einer kräftigen Stärkung über weitere Maßnahmen zur Verbesserung des Gemeindelebens berieten.

Zur Problematik des noch fehlenden Prinzenpaares äußert sich der 2. Vorsitzende des Vereins, Manuel Pape, sehr verwundert, denn „fast alle Prinzenpaarkandidaten haben für die Session 18/19 mit der Begründung abgesagt, für die Session 19/20 sehr gerne zur Verfügung zu stehen. Bisher sind jedoch noch keine Bewerbungen beim Vereinsvorstand eingegangen.“